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Der frühere Nationalspieler Josef "Sepp" Seiz
Zwei, die den Tischtennissport in Bayern und Deutschland prägten und zu Freunden wurden: Sepp Seiz und Konny Freundorfer im Jahre 1952

Josef Seiz, der von Allen liebevoll Sepp genannt wird, wurde am 26.04.1934 in Altenkunstadt geboren. Als kleiner Junge im Alter von 13 Jahren sägte er sich einen Holzschläger aus einem Puppenwagen zurecht und beklebte ihn mit einem geripptem Stoff eines ausgedienten Arbeitsanzuges. Sein Bruder Heinrich nahm ihn damals mit zum Tischtennis und es begann eine große Leidenschaft. In den Reihen der TT-Abteilung des 1. FC Altenkunstadt gewann der damals 14-jährge Sepp zum ersten Male 1948 die Vereinsmeisterschaften und verteidigte diese bis ins Jahr 1952 erfolgreich, als er zum Nachbarverein TTC Burgkunstadt wechselte. In diesen Anfängerjahren seiner Karriere machte er bereits mit einem weiteren jungen Spieler Bekanntschaft, dessen Name sich in Deutschland noch festsetzen sollte. Konrad Freundorfer (*09.11.1936, +07.05.1988), genannt Conny. In den nächsten Jahren machte Seiz durch sein hartes und erfolgreiches Angriffsspiel in den Reihen des TTC Burgkunstadt von sich reden und konnte bald an nationalen sowie internationalen Meisterschaften teilnehmen. Bis 1954 spielte er fast ausschließlich mit seiner Vorhandseite und benutze die "Rückhand" nur zum Blocken, doch seine Kollegen rieten ihm auch mit der "Rückhand" anzugreifen und wie man so etwas richtig macht schaute er sich vom mehrmaligen Weltmeister Viktor Barna ab. Sepp hatte keinen Trainer, wie es in der jetzigen Zeit üblich ist. Er musste sich alles selbst beibringen. Wenn er zu längeren Turnieren fuhr, musste er unbezahlten Urlaub nehmen. Nach der Arbeit packte er seine Koffer und los ging`s. Als er 1957 dreifacher Bayerischer Meister wurde, brachte die Firma Erbach einen Sepp-Seiz-Schläger auf den Markt, der nur im Fachhandel zu erwerben war. 1954 gewann er erstmals die Deutsche Meisterschaft im Doppel und manche aus seiner Heimat meinten, dies wäre nur ein "Zufall" gewesen. Doch durch die weiteren Siege und Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften lies er diese Stimmen verklingen und der Eine oder Andere musste sich bei ihm entschuldigen.

Zusammen mit dem TTC Burgkunstadt schaffte er den Weg bis in die Süddeutsche Oberliga (damals zweithöchste Klasse Deutschland`s). 1977 wechselte er, nach einem zweijährigen Aufentahlt (1975-1977) in Coburg, wieder zu seinem Heimatverein FC Altenkunstadt und spielt noch heute in den Reihen der zweiten Mannschaft. Als "Senior" nahm er an unzähligen Meisterschaften auf Kreis-, Bezirks-, bayerischer und süddeutscher Ebene teil. In den jeweiligen Altersklassen wurde er bis 2002 bei den Senioren 3 mal Bayerischer Meister im Einzel, 10 mal im Doppel und 4 mal im Mixed. Bei den Seniorenmeisterschaften trifft er immer wieder auf seine alten Kollegen aus den vergangenen Jahren und es wird viel über die glanzvolle Zeit geredet. Trotz seiner vielen sportlichen Erfolge, besonders in den 50-iger Jahren, ist Sepp stets "auf dem Boden" geblieben. Während andere Aktiven bei namhaften Vereinen, wenn auch im bescheidenen Rahmen, Geld verdienten, blieb er seiner Heimat treu. Bodenständigkeit, Bescheidenheit und Humor kennzeichnen den bei Allen so beliebten und heimatverbundenen Sportler aus. Sepp, der stets ein fairer Sportler war und auf eine glanzvolle Karriere zurückblicken kann, hat aber noch einen Wunsch. Mit 70 Jahren wollte er nochmals in der Oberfrankenliga, in der er jahrelang als Mitglied der 1. Herrenmannschaft des TTV Altenkunstadt vertreten war, spielen.Leider hat dies nicht geklappt und so geht er in der 2. Mannschaft auf Punktejagd.